Samhain – Zeit zum Loslassen…

Das keltische Samhain – übernommen vom Christentum als Allerheiligenfest – wird auf die Nacht vom 31. Oktober auf den 01. November datiert. Wir befinden uns in der Mitte zwischen Tag-und-Nacht-Gleiche und Winter-Sonnwend. Eine dunkle Zeit, in der sich vieles wieder „dem Kern“, dem Inneren, der Höhle, dem heimischen Herd zuwendet. Und es wird noch dunkler werden!

Es ist die Zeit der letzten Ernte, alles ist eingebracht und verarbeitet. Nun beginnt eine Zeit, in der wir von dem zehren, was wir über`s Jahr an- und aufgebaut haben.

Andere Dinge konnten wir nicht konservieren – wir haben sie verloren, aufgeben müssen, ziehen lassen müssen (oder wollen). So wie den Sommer, die Wärme, das Licht.

Loslassen und Abschied nehmen ist eine aktive Entscheidung! Sich bewußt von etwas zu verabschieden heilt ein Stück weit die Wunden, die der Verlust in uns reißt – denn wir sind dann nicht mehr nur ausgeliefert. Wir nehmen unser Leben wieder aktiv in die Hand….

Es ist wie ein inneres Reinemachen, bevor wir uns endgültig in unsere Häuser zurückziehen und auf die Wiederkehr des Lichtes warten.

Es ist auch eine Zeit der Ahnen – viele Traditionen glaubten daran, dass in diesen Nächten die Tore zur Unterwelt geöffnet sind. Die Seelen der Verstorbenen kommen noch einmal zurück und nehmen Kontakt auf zu den Lebenden. Nicht immer friedlich: Um sich vor der Rache der Seelen zu schützen, denen man zu Lebzeiten Schaden zugefügt hat, verkleideten sich die Menschen mit abschreckenden Masken und Kostümen.

Nutze die Zeit, um Dich noch einmal zu verabschieden

  • von Menschen und Tieren, die in diesem Jahr gestorben sind
  • von Beziehungen, die in die Brüche gingen
  • von Illusionen, die „ent-täuscht“ wurden
  • von Mustern und Gewohnheiten, die Dir nicht länger dienlich sind
  • und von allem anderen, das aus Deinem Leben verschwunden ist oder jetzt gehen darf.

Nutze die Zeit auch, um Dich mit Deinen Ahnen zu verbinden und um die Unterstützung des uralten Wissens zu bitten.

Schöne und wirksame Rituale dazu können sein:

  • Zünde eine Kerze für jeden Verstorbenen an, an den Du Dich erinnerst. Und eine große für diejenigen Ahnen, die Du nicht mehr kanntest. Lasse die Kerzen möglichst ganz herunterbrennen (…und sorge dabei für Sicherheit….)
  • Errichte in Deinem Haus oder Garten einen kleinen Ort, an dem Du einen Kreis aus Kieselsteinen, Blättern, Glassteinen o.ä. legst – einen für jede Energie, die Du gehen lassen möchtest (einen Verstorbenen, ein Mensch von dem Du Dich getrennt hast, …). Nimm jeden Tag einen Stein aus dem Kreis und vergrabe ihn oder wirf in ihn ein fließendes Gewässer (oder, wenn das Wasser zu weit ist, um jeden Tag dorthin zu gehen: Lege jeden Tag einen der Steine mit der bewußten Entscheidung, ihn loszulassen, in eine Schale. Nachdem Du den letzten Stein in die Schale gelegt hast, suche ein fließendes Gewässer auf und leere die Schale mit Steinen darin aus.)

Für die Zeitkritischen unter Euch: Rituale brauchen Zeit und Aufmerksamkeit, damit sie wirken können. Machst Du es Dir zu bequem (z.B. indem Du die Steine einfach in Deinen Garten legst), fehlt dem Ritual Energie – die Du investieren musst….

 

Wenn Du mir Deine Erfahrungen mit dem Loslassen mitteilen möchtest oder mit einem Ritual, einer Idee oder einer anderen Anregung Samhein gestaltest, freue ich mich über Deinen Kommentar!

 

 

 

 

 

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