Willst Du gehört werden?

Als Du ein Kind warst, konntest Du es. Wir alle konnten es. Als Baby haben wir es alle getan: Wir haben geschrien.

Später, als wir Kinder waren, haben wir es noch immer getan: Geschrien, getobt, gejuchzt.

Doch je mehr wir fähig wurden, Worte zu gebrauchen, verloren wir unsere Fähgkeit, laut zu sein. Wir sollten „nicht so schreien“, endlich „mal leise“ sein, nur reden, wenn wir gefragt wurden und auch dann – bitteschön – nur das sagen, was gehört werden will.


Was für ein Verlust! Laut zu sein, gehört doch zu unserem Leben dazu. Wozu hätte die Evolution sonst unsere Stimme erfunden?  Auch wenn man meint, das Leben sei schon laut genug – Straßenlärm, Handyklingeln….  – wir wollen doch gehört werden.

Ganz erhlich? Wenn Du das Gefühl hast, dass Dir niemand zuhört, hörst Du Dich selbst schon nicht mehr. Wann hast Du Dir das letzte mal erlaubt, wirklich laut zu sein? Gehört zu werden?

Leise sollen wir sein. Um anderen nicht auf den Geist zu gehen. Um nicht aufzufallen.

Meditieren und zur Ruhe sollen wir kommen – in die Stille einkehren.

Daran ist nichts zu meckern – wenn die Stille ebenso wie die Lautstärke zu unserem Leben gehören darf. Immer nur hübsch leise sein staut unsere Energie. Und faltet uns quadratisch praktisch gut in die Schublade der Gewöhnlichkeit.


Dabei haben wir doch unendlich viele Möglichkeiten, uns Gehör zu verschaffen. Es mag eine seltsame Vorstellung sein…. aber…. hast Du jemals ausprobiert, wie es ist, auf einem Berg zu stehen und Deine Lebenskraft in ein lautes, freies „ja!“ zu scheien? Wenn Du Hemmungen hast, laut zu sein und bemerkt zu werden – na, dann weißt Du jedenfalls, wie es mit Deiner Selbstfürsorge aussieht…

In Krisenzeiten, wenn Du Dich selbst nicht mehr spürst, wie gelähmt bist, kann ein lauter, befreiender Schrei Deine Energie wieder fließen lassen. Selbst laut zu sein, statt sich immer nur beschallen zu lassen, holt Dich zurück in den eigenen Körper – ein Schrei ist ein Ventil für aufgestaute Emotionen.


Wenn mehr Menschen ihre angestaute Energie in die Weite schreien würden, gäbe es weniger Sucht und Selbstverletzung.

Wenn Du magst, experimentiere damit,

  • leise und laut zu summen
  • leise und laut zu singen
  • leise und laut zu trommeln
  • zu Heulen wie ein Wolf
  • zu schreien, wie`s grad rauskommt.

Zunächst mag es ungewohnt sein, die eigene Stimme zu hören. Ungezogen mag es erscheinen, eine Trommel zum tönen zu bringen – und damit „die Ruhe zu stören“.  Doch manchmal ist es genau diese „Störung“, die uns in Bewegung bringt – im Innen wie im Außen .Gemeinsam geht das oft erstmal leichter: Anfangs kannst Du Deine Stimme zwischen anderen „verstecken“ – und dann immer mutiger werden.

Die Wirkung entsteht dann, wenn wir unsere gewohnte Umlaufbahn verlassen: Wenn wir in all dem Wirrwarr aus Menschen gesehen oder gehört werden. Oder uns in der Natur einmal bewußt darauf konzentrieren, eben gar kein Geräusch zu verursachen. Es ist das Spiel aus gehört werden und untertauchen – um in jedem Moment die Freiheit zu haben, das zu tun, was man gerade braucht.

Die Natur ist dabei eine gute Bühne und wunderbare Unterstützung. Und an einem knisternden Lagerfeuer in der Einsamkeit der Natur soll es schon so manche „Kampfschreie“ gegeben haben…

Aber: Richte Deine Energie auf kein lebendes Wesen. Es geht nicht darum, jemanden oder etwas anzuschreien – sondern darum, dass Du selbst Deine Stimme wahrnimmst.

Schicke Deine Töne einfach ins Universum, in die Freiheit. Und bleib neugierig, was passiert.

Lebe frech und wild und wunderbar!

Deine Sonja

 

 

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