Johanna: Menschlichkeit – bis zum letzten Atemzug.

Johanna hat einen Traum von Menschlichkeit. Alter ist für sie keine Berechtigung für Einsamkeit – ihre Vision geht uns alle an.

Manchmal stecken gerade in den leicht chaotischen Geistern Ideen, die die Welt verändern können. In den Köpfen der Frauen, die auf Konventionen pfeifen, haben Visionen Raum, die weit über ihr ICH hinausgehen. Johanna teilt ihre Vision mit uns: Ihr eigenes Glück hat sie noch nicht gefunden. Doch das Leid, das ihr täglich begegnet, läßt sie dennoch nicht kalt.


 

Menschlichkeit bis zum letzten Atemzug.

Johanna. Das Energiebündel. Ein Feuerwerk an Optimismus und guter Laune. Alterslos, kaum zu glauben, dass ihre beiden Kinder schon Teenis sind. Frisch umgezogen in ein neues Domizil – und auch hier wird sie nicht lange bleiben. Denn ihr Herz hängt an einem anderen Ort, einem Ort, den sie noch nicht gefunden hat.

Sicher ist nur: Dort gibt es Bäume, viele Bäume, viel Natur, Wald, mindestens eine Badewanne und jemanden, der zu ihr hält. Ein Haus am Wald. Ein Haus aus Holz – ein Refugium der Ruhe und der Geselligkeit. Ein Ort zum Auftanken, zum Liebe-Verschenken und zum Sein-wie-man-ist.

So hat sie ihre Kindheit verbracht. Und so will sie wieder leben, wenn sie alt ist: In einem Haus am Wald. Dann schließt sich der Kreis.

In ihr lebt der Traum nach Liebe – Liebe, die sie verschenken kann. Und erhält. Der Traum nach einer tiefen, innigen Liebe – eine exklusive Bindung. Keine Fragen, keine Zweifel, nur Vertrauen:

„Sowas erlebt man nur mit einem Baby. Oder einem Hund….“

Johanna ist sie zweifache Mutter – alleinerziehend. Zwischen Alltag organisieren, Schule, Beruf und den Sorgen einer alleinerziehenden Mutter blieb zu wenig Zeit für die Kinder. Als die Kinder klein waren, hat Johanna schon einmal einen Traum gelebt: Sie ist mit ihren Kindern und ihrem Mann über ein Jahr lang durch Afrika getingelt. Ohne Ziel, ohne Plan – einfach leben:

„Ich glaube daran, dass wir alles in uns tragen, was wir brauchen. Es sind unsere Talente, die uns tragen. Hast Du sie erstmal erkannt, sind sie das Fundament, auf dem Du alles aufbaust. Ich weiß, dass ich vieles kann – aber frag nie, was ich besonders gut kann, da fällt mir nichts mehr ein.

Aber ich weiß, dass sich Menschen bei mir wohl fühlen können und ich ihnen irgendwie das Gefühl gebe, sie selbst sein zu dürfen.

Man sieht es ihr an: In ihr tobt der Kampf zwischen Herz und Kopf, zwischen Bauch und Verstand – immer.  Ihre Vision aber hat viel Herz. Mehr Herz, als sie in ihrem Alltag als Krankenschwester verschenken darf.

„Arbeit am Patienten heißt heute: Computerarbeit. Dokumentieren. Das frißt viel zu viel Zeit, in der ich viel lieber für diese alten und kranken Menschen da sein würde“, berichtet Johanna aus ihrem Berufsleben. „Es reicht einfach nicht, sie zu füttern, zu waschen und das Gebiss zu reinigen – Menschen brauchen Respekt, Ansprache, Zuneigung. Bis zum letzten Atemzug.“

Eigenartig, dass sich eine so junge Frau, die mit kindlicher Freude im Wasser platscht, Gedanken über das Alter macht. „Ne, gar nicht“, meint Johanna, „ich erlebe jeden Tag, dass die Menschlichkeit durch den Zeitmangel vergessen wird. Da spricht man nicht mehr viel mit den Menschen.“ Zu wenig Zeit = zu wenig Herz? Ja, leider. Und jetzt?

„Ich träume von einer Wohngemeinschaft von jungen und alten Menschen. Wir können viel voneinander lernen. Unsere Alten sollten ein Teil unseres Lebens sein, mit uns gemeinsam kochen und essen. Und in dieser Gemeinschaft sollten sie bleiben dürfen, bis zum letzten Tag.“

Das ist ihr Traum. Nicht nur für all die Menschen, die sie im Krankenhaus versorgt, sondern auch  für sich selbst. Da sein will sie für die Menschen, mit Herz und Hand und all der Liebe, die sie im Herzen trägt.

Und so sehr Johannas Augen leuchten bei dieser Vorstellung. Doch  schnell fällt ein Schatten über den Traum:

Gefühle werden nicht bezahlt. Essen auf Rädern, mobile Pflege, alles wird finanziert – aber Zuhören, in den Arm nehmen, trösten… für all das ist kein Platz im Pflegebudget.

Johannas Kopf siegt über ihren Herzenswunsch. Noch.  Noch ist sie gefangen in ihren Pflichten als alleinerziehende Mutter, die schauen muss, wo das Geld herkommt – mal schnell selbständig machen, ist einfach nicht drin.  Doch tief in ihrem Herzen wächst ihre Vision der Ersatzfamilie – in der sie endlich die Mutter sein darf, die sie immer sein wollte. Mit viel Liebe, Zeit, Fürsorglichkeit und all den Erfahrungen, die sie in sich trägt.

Warum sollte nicht gerade sie –  Johanna Pippilotta Pfefferminza Rollgardina Freifrau von Langstrumpf das nicht irgendwie hinbekommen? Energie ist da. Vision auch. Drücken wir die Daumen, liebe Johanna – für Dich, Deinen Traum – und für uns selbst! Denn wäre es nicht eine wunderbare Vorstellung, trotz Alter noch Teil einer liebevollen Gemeinschaft zu sein?

Möchtest Du Johanna unterstützen, ihren Traum von der liebevollen Großfamilie umzusetzen? Kontaktiere uns und teile Deine Ideen,

Deine Sonja, Redaktion fww

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