„Danke!“ ist gar nicht so einfach…

Die heilsame Kraft der Dankbarkeit & Wertschätzung

Es ist nicht immer leicht, dankbar zu sein. Für das, was uns gut tut – und noch mehr für das, was uns nervt. Doch Dankbarkeit ist das Fundament für Veränderung:

Was ist, wird gesehen und wertgeschätzt.

Dann kann es sich mehren – oder gehen. Wie finde ich zur Dankbarkeit – und wie drücke ich sie so aus, dass sie Veränderung bewirkt?


Weihnachten steht vor der Tür.  Der Jahreswechsel ist auch nicht weit. Die stade Zeit – Zeit für Besinnung? In all dem Trubel…?

Was bedeutet diese Zeit in ihrem Kern? Das Fest der Liebe. Die Geburt des neuen Jahres.

Es geht um so viel mehr als um Weihnachtsflitter und schöne Geschenke. Der Himmel scheint so nahe zu sein Die Möglichkeit zur Veränderung leicht und groß wie nie.

Was möchte ich verändern?

Meinen Mann. Am liebsten auch den fiesen Nachbarn. Meinen Chef! Mich! Tja…..

Fangen wir klein an: Wertschätzung für das, was ist. Denn das ist der wichtigste Schritt zum Glück. Verändern kann ich tatsächlich nur mich selbst.

Finden wir Dankbarkeit für die Geschenke des Lebens  – besonders für die scheinbar banalen Dinge. Es gibt so vieles, was ich an meinen Mitmenschen schätze. Und auch an mir  – auch wenn ich da ein bißchen länger nachdenken muss.


Und dann es gibt Menschen, an denen ich scheinbar gar nichts schätzen kann.

Die Herausforderung besteht darin, so lange zu suchen, bis wir etwas finden. So wie Martin Luther King, der sich weigerte, über den damals als Rassist geltenden Robert Kennedy zu sprechen. Solange, bis jemand etwas Gutes über ihn sagen könne. Bekanntlich wurde Kennedy später zu einem großen Unterstützer der Bürgerrechtsbewegung.

Menschen können sich verändern, wenn wir den Blick kontinuierlich auf das Gute richten, das wir in ihnen sehen… Oder noch entdecken wollen.

Sogar Menschen, die ich gar nicht leiden kann, sehe ich mit anderen Augen, wenn ich mich bemühe, freundlich an sie zu denken.

Und wie oft denken wir, wir müssten unseren Mitmenschen nicht sagen, was wir an ihnen schätzen, weil sie es doch schon wissen. Doch oft wissen sie gar nicht, wie sehr wir sie schätzen. Und selbst wenn, macht es gar nichts, uns zu wiederholen.

Anerkennung und Wertschätzung können ein wertvolles Beziehungsfundament bilden, das über viele Konflikte hinweg tragen kann.

Denn wir nehmen Bemerkungen nicht so persönlich, wenn wir uns der grundlegenden Wertschätzung des anderen sicher sind.

Dass tägliches Zähneputzen wichtig ist, wissen wir. Warum nicht auch tägliches Anerkennen?

Mein Vorsatz für die erste Januarwoche ist: Jede Person, mit der ich länger als 5 Minuten zu tun habe, bekommt eine Anerkennung von mir!

Ich mache einfach ein Spiel daraus, wie oft mir das gelingt.

Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg bietet mir hier Möglichkeiten, die über Bemerkungen wie „Du bist ein Schatz.“ oder „Du siehst heute toll aus!“ oder „Das hast Du gut gemacht“ hinausgehen.

Denn das bleibt – wenn auch eine freundliche – Bewertung des anderen.

Echte Wertschätzg auf Augenhöhe entsteht, indem ich meinen Mitmenschen mitteile:

  • Womit genau bereichern sie mein Leben?
  • Wie fühle ich mich, wenn ich daran denke?
  • Und welche Bedürfnisse erfüllen sich in diesem Zusammenhang?

Also….: Wenn Dein Mann das nächstemal eigentlich gerne Fußball schauen würde, aber dann doch mit Dir ins Kino geht, weil Du es Dir so sehr wünschst, könntest Du Dich so anhören:

„Wenn ich daran denke, dass Du mit mir im Kino warst, obwohl Du gerne Fußball geschaut hättest, wird mir ganz warm ums Herz. Weil ich da spüre, dass ich Dir wichtig bin. Danke!“

Und wenn mal wieder ein paar Socken von der Schwiegermutter unter Deinem Weihnachtsbaum liegen….

„Ich sehe, Du hast mir Socken gekauft. Wolltest Du mir eine Freude machen, damit ich keine kalten Füße habe?“ – „Ja“ – „Magst Du hören, womit Du mir noch mehr Freude machen könntest?“

Ich wünsche Dir ein gesegnetes Weihnachtsfest – voll Wärme und Anerkennung

Deine

Renate Otterbein –

Coach & Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation in Rosenheim.

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