Hat zufällig jemand meine Motivation gesehen?

Hundsgemein, wenn Dir mitten im Projekt die Motivation wegbricht. Du hast geträumt, gekämpft – und plötzlich scheint alles sinnbefreit. Aussichtslos. Farblos. Sinnlos. Deine innere Stimme zweifelt. Der Schweinehund grinst. Dabei ist es gar nicht schwer, Dich wieder mit Deiner Energie zu verbinden. Stephanie Heinze, Coach, Trainerin & Impulsgeberin zeigt im Gespräch mit fww-Redakteurin Sonja Schlaak, wie`s gehen kann: Am Beispiel von frech-wild-wunderbar.


Die Idee war einfach hochgeploppt. Und ließ sich nicht mehr ausradieren. Ich wollte dieses Projekt – frech-wild-wunderbar. Also machte ich mich auf den Weg. Schrieb mir Listen, was ich zu tun habe. Teilte mir alles in machbare Schrittchen ein.  Der Flow ließ nicht lange auf sich warten. Wie im Rausch saß ich jede freie Minute an der Arbeit. Meine Energie war unerschöpflich. Es war mein Baby und ich pflegte es hingebungsvoll….

Doch dann…erwachte ich aus dem Flow. Plötzlich Alarmglocken. Ruck-zuck hatte mein Hirn die Gewalt über mein Gefühl und würgte alle Kreativität ab. Die Stimmen in meinem Kopf wurden unüberhörbar. Und sie stellten alle dieselbe Frage:

„Warum tust Du Dir das an? Was soll das alles?“

Plötzlich drückte mich Müdigkeit zu Boden. Meine Zweifel waren stärker.

Was sollte das extra frühe Aufstehen? Das stundenlange Herumtüfteln? In derselben Zeit hätte ich den fiesen Bügelwäscheberg bezwingen können. Schlafen. Staubsaugen. Schließlich konnte niemand sagen, ob mein Projekt jemals erfolgreich sein würde. Würde es überhaupt von jemanden gesehen werden? Bis ich damit Geld verdienen könnte, würden gut und gerne zwei Jahre vergehen – wenn überhaupt. Wofür also das Risiko eingehen, Lebenszeit in eine mögliche Todgeburt zu stecken? Das Risiko zu scheitern?


Eines der unglaublichen Geschenke meiner Arbeit ist, dass ich just an diesem miesen Tage mit Stephanie Heinze, Coach, Trainerin & Impulsgeberin zum Interview verabredet war. Für ein Interview der anderen Art, denn ich erlaubte mir, mein eigenes Problem zur Verfügung zu stellen, um zu erleben, wie sie arbeitet.


Verbeiß Dich in Dein Projekt – und Du wirst es garantiert aufgeben…

„Du brauchst eine Pause“,

ist ihr erster Kommentar und sie wirkt fast erheitert dabei, als sei das eine selbstverständliche Idee. „Mach mal was ganz anderes. Bei dem Du keine Möglichkeit hast, über Dein Projekt nachzudenken. Dein Körper zeigt Dir doch: Rien ne va Plus – nix geht mehr – ich brauche „jetzt“ eine Pause! Unternimm etwas, bei dem Du einfach nur Spaß und Freude hast. Deine Kreativität ist ja kein Fluss, der immer fließen MUSS.“

Ich atme hörbar aus – mir wird klar: Ich habe mich verbissen in meinem Projekt. Mir die Zeit gar nicht gegönnt, um auszuruhen. Meine Bedürfnisse nicht mehr wahrgenommen im Flow….

Stephanie wird konkreter: „…und das machst Du so lange, bis Du dem Impuls verspürst, wieder anzufangen. Weil Du willst, nicht weil du musst! Egal wie lange es dauert“.

Der Termin, den ich mir selbst gesetzt hatte, bohrt in meinem Nacken…weitermachen….weiter…. Doch die Erlaubnis meines Coaches tat ihre Wirkung. Meine Müdigkeit löste sich auf wie Brausepulver. Es prickelte schon wieder…


Hör auf die Stimme…..

„Noch ein Impuls: Schnapp Dir einen großen Zettel. Schreibe mindestens drei Gründe darauf,  warum Du dieses Projekt wolltest. Antworte Deiner inneren Stimme: Warum machst Du das? Wofür lohnt es sich?“

Meine innere Stimme….. Leute, ich habe selten so ein Brett vor dem Kopf gehabt! Es fiel krachend von mir und gab eine neue Sicht frei:

Meine innere Stimme war auf meiner Seite!

Und sie verlangte eine Antwort, damit sie meine Energien wieder freigab.

Ich aber hatte ihr das Maul gestopft, ich wollte sie einfach nicht hören. Sie sei ein Saboteur, hatte ich gedacht….Also gut 3 Gründe, warum ich das wirklich wollte – und will… Gar nicht so leicht  – Gefühle auf`s Papier zu bringen, in Worte zu fassen, was mich fasziniert an dem Projekt. Es wird ein buntes, wildes Gekritzel…

Schlagartig holte mich die Erkenntnis ein, dass meine Zweifel gar nicht meine eigenen waren. Was ich wirklich wollte war: Menschen inspirieren. Ihnen den Blick zu weiten, damit sie die Magie im Leben entdecken können. Das ist es, was ich will! Und das hat nichts damit zu tun, wie viele Menschen mein Magazin lesen oder ich gar etwas damit verdiene…


…und weiter geht`s….

Ich machte an diesem Tag einen ausgedehnten Bummel durch meinen Lieblings-Buchladen. Am nächsten Morgen erwachte ich um 04:15 frisch und erholt und schlich an meinen Arbeitsplatz.

Oh, wie ich ihn liebe, diesen schnuckligen Schreibtisch. Die Ruhe, bevor meine Familie aus den Federn kriecht. Weiter geht`s mit frech-wild-wunderbar…..

Danke, liebe Stephanie…..


Coach & Trainerin Stephanie Heinze rät:

So kommst Du raus aus dem Motivationsloch:

Mach eine Pause,

in der Du Dich ablenkst von Deinem Projekt. Schöpfe so lange Kraft und Ideen, bis Du den Impuls verspürst, weitermachen zu wollen. Das kann einige Minuten dauern oder – bei einem Lebensprojekt –  Monate.

Höre Deiner inneren Stimme zu.

Sie schützt Dich davor, Energien zu verschwenden. Sie prüft Deine Beweggründe.

Antworte Deiner inneren Stimme schriftlich:

Wofür lohnt sich, was Du vorhast? Spüre dabei genau hin, ob Du Deine eigenen Beweggründe aufschreibst oder die anderer. Bist Du mit Leidenschaft dabei oder ist es ein man-muß-Grund?

Gebe Deiner inneren Stimme ein Versprechen:

Versprich, gut auf Deine Bedürfnisse zu achten. Damit sie sich auch mal ausruhen darf.

Deine Stephanie Heinze, Coach, Trainerin & Impulsgeberin  – www.zentrum-ich.de

und Sonja Schlaak, Dipl.-Psych., Redaktion fww

P.S.: Ich habe ungefähr drei Monate an frech-wild-wunderbar gearbeitet: Jeden Tag ab 04:30 Uhr – das Motivationsloch hat mich noch ein paar mal erwischt. Meine guten Gründe habe mir sehr geholfen, wieder rauszukrabbeln. Und jetzt: tatatataaaaaaa – ist es vollbracht….. Gib NIE auf – lass Dich nie unterkriegen!

 

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