Petra: Berufung zwischen Tod und Leben

…wenn Du liebst, greifst Du nach den Sternen.

Petras Geschichte ist die Biographie eines Traumes, der aus Liebe geboren wurde: Sie verlor das Kind, das eigentlich gar nicht möglich gewesen war. Und fand den Weg zu ihrer außergewöhnlichen Begabung. Heute spricht sie mit den Toten – und heilt damit die Lebenden. 


All die Jahre bin ich daran vorbeigefahren, ohne zu ahnen, was sich dahinter verbirgt. Ein kleines,  violettes Firmenschild. Gleich neben dem ebenfalls violetten Firmenschild des Frisörs. Angelhouse.  Ein Nagelstudio? Kosmetik?

Was wirklich dahinter steckt, ist die berührende Geschichte einer ganz normalen besonderen Frau: Petra.

Petra ist keine Frisörin. Ihr Beruf – ihre Berufung –  ist etwas ausgefallener. Petra Plößer ist Zertifiziertes Jenseitsmedium, Mittlerin zwischen den Welten. Stopp…..- wie bitte soll man so etwas zertifizieren können?

Und überhaupt: Viele von uns spüren was, aber die wenigsten machen es zum Beruf. Dafür bieten viele ihre Dienste an, die nichts spüren, dafür aber Geld wittern. Wer also ist diese Frau, die mit den Seelen spricht? Ich habe sie besucht.

Und um es vorweg zu nehmen: Hier findet Ihr eine wahre Geschichte. Die Biographie eines unbezwingbaren Wunsches, der aus Liebe geboren wurde.


Petra – Du arbeitest als Jenseitsmedium….. sag, wie kannst Du Dir sicher sein, dass es real ist, was Du wahrnimmst?

„(lacht) Also, wenn Du Dir diese Frage stellst, bist Du schon mal auf einem sehr guten Weg!

Ich habe schon als kleines Kind Engel gesehen. Mir war gar nicht bewusst, dass ich mehr wahrnehmen konnte als andere – ich kannte es ja nicht anders.

Doch mit dem Größerwerden hörte ich auf, darüber zu sprechen. Für die Erwachsenen waren meine Wahrnehmungen Märchen, Phantasien. Ich behielt es mehr und mehr für mich.

Mit der Zeit der Pubertät änderte sich so viel für mich, da war kein Raum mehr für so etwas. Ich habe meine Begabung nicht vergessen, aber auch nicht gelebt. Erst viele Jahre später, in sechs Jahren Ausbildung bei Paul Meek, feilte ich meine Gabe mehr und mehr aus. Paul ist ein anerkanntes Jenseitsmedium aus England. Er lehrte mich, zwischen Trug und Schein zu unterscheiden – indem ich Beweise aus der anderen Welt einfordere.“

Du hast eine Zeit lang ein ganz normales Leben geführt: Mit Schule, Ausbildung, Familie? Wie kam Deine Begabung dann zurück in Dein Leben?

„Ja, ich habe eine ganz normale Berufsausbildung, habe geheiratet und den ganz normalen Alltag einer ganz normalen Ehe geführt. Doch kurz nach der Hochzeit wurden sowohl mein Mann und auch ich als unfruchtbar diagnostiziert. Das war ein schwerer Schlag!

Niemals Kinder haben…. Ich habe mich geweigert, den Ärzten zu glauben. Ich war entschieden, Kinder zu bekommen.

Nach unzähligen komplizierten Behandlungen waren die Ärzte überzeugt, dass eine künstliche Befruchtung außerhalb des Körpers die einzige Chance für uns sei. Wir waren unfähig, auf normalem Wege ein Baby zu bekommen. Das musste ich erstmal verarbeiten. Ich brauchte eine Pause von den Klinikterminen und Arztbesuchen und hoffnungslosen Prognosen.

Ich habe gezweifelt, gebetet, gehofft – und ich wurde schwanger! Ohne künstliche Befruchtung.  Sogar dreimal insgesamt. Mein Wunsch hatte sich entgegen aller Prognosen erfüllt und ich war mir sicher: Das war nur durch die Hilfe „von oben“ möglich. Mein Draht zu den himmlischen Kräften war stärker als je zuvor.“

Wenn Du das erzählst, strahlt die Dankbarkeit aus Deinen Augen…. War der Draht nach oben zu diesem Zeitpunkt tragfähig genug, um das zum Beruf zu machen?

„Nein. Esoterik und so etwas war weit weg von mir. Zu viele Scharlatane. Zu viel Geldmacherei. So wollte ich nicht sein, auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen.“

Trotzdem arbeitest Du heute als Jenseitsmedium. Wie ist das gekommen?

„Auch diese Entwicklung hängt eng mit meiner Rolle als Mutter zusammen.

Mein Sohn starb kurz vor seinem ersten Geburtstag.

Wieder standen die Ärzte vor einem Rätsel. Wir mussten ihn gehen lassen und konnten nichts tun, wir waren völlig hilflos. Mein Leben war von einem Moment auf den anderen ein Jammertal. Ich fand keinen Weg aus der Trauer, sie schien unendlich zu sein.

Doch dann kam mein Sohn zurück – seine Seele besuchte mich in einer schlaflosen Nacht. Da stand er vor mir, als könne ich ihn in die Arme nehmen. In dem Alter, in dem er hätte sein sollen. Ich solle aufhören, um ihn zu trauern, es ginge ihm gut. Er verschwand wieder. Wieder musste ich ihn gehen lassen. In mir blieb die Sehnsucht, ihn noch einmal wieder zu sehen. Ich hatte so viele Fragen, solche Sehnsucht.

Aber ich konnte es nicht: Ich konnte seine Seele nicht herbeiholen. Also suchte ich nach jemanden, der das für mich tun konnte – ich brauchte Jahre, um diesen jemand zu finden, vertrauenswürdige Medien fand man damals nicht einfach übers Internet.

In einer Fernsehsendung sah ich das Jenseitsmedium Paul Meek – er überzeugte mich, zu ihm hatte ich auf Anhieb Vertrauen. Ich habe alles versucht, um mit ihm in Kontakt zu kommen, aber ich konnte ihn einfach nicht ausfindig machen. Doch eine Reihe eigenartiger Zufälle – ich glaube nicht mehr an Zufälle! – führte mich einige Zeit später doch noch in eine seiner Anfänger-Seminare.  Ich fand mich einige Monate später als Teilnehmerin seiner Ausbildung wieder.“

Du hast sechs Jahre intensive Ausbildung durchlaufen, um die Seele Deines verstorbenen Sohnes kontaktieren zu können. Doch dabei blieb es nicht: Heute rufst Du die Seelen Verstorbener auch für andere Menschen. Warum hast Du Dich entschieden, doch als Medium zu arbeiten, statt Deine Fähigkeiten für Dich zu behalten?

„Auch an diesem Punkt meiner Lebensbahn war der Tod derjenige, der das Steuer übernahm. Meine Freundin Gisela hatte mich über die Jahre hinweg begleitet. Mir Mut gemacht, wenn ich am Zweifeln war. Und mir immer wieder unter die Nase gerieben, dass man eine solche Begabung nicht für sich behalten darf. Nicht viele werden als Medium geboren, es sei meine Aufgabe, diese Gabe zu nutzen. Ich wollte noch immer nicht. Doch dann erkrankte sie schwer, mir war klar, dass sie innerhalb weniger Tage sterben würde. Auf dem Sterbebett forderte sie mein Versprechen ein, dass ich als Medium arbeiten würde.

Was sollte ich tun? Ich gab mein Versprechen,

beendete meine Ausbildung bei Paul Meek und heute bin ich hier.“

Wie hat diese Entscheidung Dein Leben dann verändert? Und – bist Du glücklich damit?

„Ja! Das bin ich! Es berührt mich immer wieder, mitzuerleben, wie Heilung geschieht. Indem die Seelen – die lebender und die der toten Menschen – sich verzeihen, erklären, sich ihrer Liebe versichern. Manchmal hilft es den Hinterbliebenen, die genauen Umstände um den Tod des Verstorbenen zu erfahren. Wenn sie über etwas Erkenntnis bekommen. Vergeben können. Oft kommen Botschaften, die den Trauernden erst helfen, ihre Trauer zu verstehen und zu verarbeiten. Das ist wunderbar.

Ehrlich gesagt hatte ich anfangs aber vor allem Angst. Angst, dass ich mir selbst alles zerstören könnte.

Ich hatte eine gutgehende Beratungspraxis zu dieser Zeit. Ich wusste nicht, wie meine Kunden das aufnehmen würden: Jenseitsmedium! Dabei war ich erfolgreich mit bodenständiger Arbeit. Ich hatte auch Angst vor der riesigen Verantwortung, die man als Medium trägt. Dass jemand zu mir kommt und ich ihm nicht helfen kann, weil sich keine Seele melden will. Dass ich eine falsche Formulierung benutze, die sich der Mensch einprägt und die ihn dann beeinflusst. Als Medium habe ich es nicht in der Hand, was passiert…ich bin nur ein Kanal und das ist ganz anders als die Arbeit, die ich bisher mit meinen Klienten machte. Da hatte ich das „Ruder“ der Gesprächsgestaltung in der Hand….

Aber ich hatte mich nun mal verpflichtet. Also schickte ich meine Angst nach oben. Verhandelte mit den himmlischen Mächten. Ich würde diese Gabe annehmen und damit arbeiten – aber ich will nicht verhungern. Ich will nie Werbung für mich machen müssen. Ich will nie für das, was ich tue, angegriffen oder respektlos behandelt werden. An diesen Vertrag halten wir uns beide.“

Mein Kopf ist nach diesem Interview wie leergefegt, Stille und Leere hat mich erfasst. Deine Geschichte zu schreiben, liebe Petra, scheint mir so schwer, wie eine einfache Glasmurmel zu beschreiben: Sie ist einfach rund.

„(lacht) Ja, weißt Du:

Leben tun wir immer vorwärts.

Aber verstehen kann man nur rückwärts.

Mein Weg scheint nur so rund und geradlinig, weil ich heute so viel verstehe. Glaub mir, als ich den Weg ging, fühlte sich das ganz anders an.“

 Viele Frauen haben im Vergleich zu Dir ganz bodenständige Träume. Sie wollen einmal auf der Bühne stehen, endlich mal die Haare abschneiden, mal ganz alleine durch ein fremdes Land reisen… Du bist Deinen Weg gegangen. Gegen alle Widrigkeiten. Was hat Dir geholfen?

„Ich bin meinen Weg nicht trotz aller Widrigkeiten gegangen – sie erst waren es, die mir den Weg aufgezeigt haben. Manchmal brauchst Du einen Anstoß von außen, um loszugehen. Oft reichen kleine. Aber ich habe wohl sehr heftige Anstöße gebraucht, um in Bewegung zu kommen – zweimal war es der Tod selbst, der mich antrieb, mein Leben zu verändern. Es waren diese Krisen, die mich wachrüttelten.

Und es waren Menschen, die ich liebte, die mich begleitet haben. Freunde, die an mich glaubten und mir keine unbequeme Wahrheit vorenthalten haben. Man kann nie sagen „wenn x nicht passiert wäre, dann y“ – man weiß nie, wie sich das Leben entwickelt. Alles ist möglich.

Es kommt der Punkt, an dem Du Dich Deinem Weg verpflichten musst – wenn Du wirklich entschieden bist, öffnen sich Deine Augen für all die Hinweise und Impulse, die Dich voranbringen.

So lange Du zweifelst, siehst du sie nicht. Und Du brauchst das Vertrauen, dass alles, was geschieht, Dir selbst dient. Also spür in Dich hinein, entscheide Dich, verpflichte Dich und bleib offen.“

Das Interview führte: Sonja Schlaak


Wenn Du die ganze Geschichte über Petras Weg erfahren willst:

In Petra Plößers Buch „Seelenpfad -Vom Jammertal zur Lebensfreude“ bekommst Du tiefere Einblicke. In Kürze erscheint ihr zweites Buch „Lebensplan und Seelenwege – Was man im Cafe Wunderbar so alles plant“ . Beide sind über Petras website erhältlich: (click auf das Buchcover).

Petra Plößer erreichst Du über ihre website www.angelhouse.de

 

4 thoughts on “Petra: Berufung zwischen Tod und Leben

  1. Dankesehr liebe Petra für Deine wundervolle Geschichte. Sie hat mich sehr berührt. Ich bekam beim Lesen ein Gefühl als würden mir wieder alle Haare zu Berge stehen und ich musste niesen. Das bedeutet bei mir, dass alles was da steht der Wahrheit entspricht. Ich wünsche Dir weiterhin alles Liebe und Gute. Bleib so wie Du bist!

  2. Dir zu-fällig zu begegnen in meiner großen Not war für mich einer der wichtigsten und wertschätzensden Begegnungen für mein wirken in meinem Leben.
    Du als Petra, mir, einer ganz fremden Person gegenüber, hast mir soviel Impulse aber auch meine eigenen Themen aufgezeigt, die ich mit dank durch einen Schups von dir in eine ganz andere Art der Selbst-Bestimmung und ich mich ganz anders wahrnehmen durfte, um mich neu aufzustellen.
    Durch dich und deine eigenen Erfahrungswerte die du auch in deinem ersten Buch so offen darlegst, war es für mich ein großes Bedürfnis, mir meinen Lebensplan mal genauer unter die Lupe zu nehmen, und siehe da, es trägt Früchte weil es mir durch dich gelungen ist meine Sichtweise um ein Vielfaches zu ändern. Nämlich nicht mehr in einer Opferrolle zu verharren.

  3. Ich kenne deine Geschichte Petra – hab dein Buch mehr als einmal gelesen – und immer wieder bin ich so tief berührt, jetzt lese ich deine Geschichte hier auf wild-frech-wunderbar und bin aufs neue zu tiefst berührt ..und wieder kullern die Tränen 🙂

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