Wintersonnwend – tiefste Nacht und unendliche Hoffnung

Modhro wird sie im keltischen Jahreskreis genannt, die längste Nacht des Jahres.

Am 21. Dezember ist der Wendepunkt des Lichtes erreicht – jetzt ist der eigentliche Beginn des neuen Jahres nach dem Sonnenkalender.


Noch müssen wir geduldig sein – das Licht kehrt allmählich wieder, doch bis das neue Leben in der Natur sichtbar wird, geht einige Zeit ins Land. Die seit dem Hochsommer befruchteten Eier in den Leibern der Rehe beginnen erst mit der Wintersonnwende zu einem Kitz heranzureifen.

Geduld ist die Qualität, in der wir uns nun üben dürfen: Alles, was man jetzt überstürzen möchte, scheint einfach nicht funktionieren zu wollen. Es braucht alles seine Zeit  – und auch Deine Pläne für`s neue Jahr wollen in Ruhe reifen und wachsen.


Diese dunkle Zeit ist dafür geschaffen, zur Ruhe zu kommen, nach innen zu sehen, Klarheit zu gewinnen – und Kraft zu tanken für den bevorstehenden Ausbruch neuen Lebens. Die Natur mag nun unwirtlich erscheinen, eiskalt und lebensfeindlich. Doch im Eis und unter dem Schnee verborgen liegt ihre tiefe Weisheit – und die unerschüttlerliche Zuversicht, dass es wieder licht und warm wird.


Diese Weisheit wird oft verkörpert durch die Knochenfrau – unendlich alt und steinig, besteht sie nur noch aus ihren Knochen. Alles Leid und alle Aufregung sind von ihr abgefallen, sie hat keine zarte Haut und hübsche Haare mehr  – alles, was blieb, ist ihre ewige Weisheit. Ihre Qualität – frei von Aufruhr zu sein, frei von Ungeduld und überschießenden Emotionen – ist dabei keine leblose. Sondern eine, die vertraut, dass sich alles ganz von alleine entwickelt.

Hab eine zauberhafte Zeit,

lebe frech und wild und wunderbar,

Deine Sonja

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